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Fantasypride © Fantasypride
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Mittwoch, den 26.06.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Kolumnen und Freizeitparks zu finden.

Im Zeichen des Regenbogens


Jedes Jahr findet in Köln die "Cologne Pride" statt, eine Demonstrationsparade für Rechte von Schwulen und Lesben, die sich im Laufe der Jahre zu einem mehrwöchigen Veranstaltungsmarathon entwickelt hat. Wichtiger Bestandteil dieses Events ist traditionsgemäß die Fantasypride, die am vorletzten Juni-Wochenende im Brühler Phantasialand stattfindet. An diesem speziellen Tag gibt es in dem beliebten Freizeitpark jede Menge Sonderveranstaltungen wie einen Stöckellauf, einen Wet-T-Shirt-Contest oder ein üppiges Show-Rahmenprogramm mit anschließender Party bis in den frühen Morgen.

Natürlich ist all das ein großes Spaß- und Stimmungsfest, das bisweilen auch bunt und schrill daher kommt – die Schwulen- und Lesbenszene will nicht nur mit ihren Regenbogenfähnchen und ein paar Infoflyern auf sich aufmerksam machen, sondern den vermeintlich "normalen" Gästen im Park zeigen, dass Homosexualität trotz immer noch gerade in ländlichen Gebieten praktizierten Vorurteilen und Ressentiments kein Störfaktor ist, sondern durchaus zu einer lebenslustigen und vielfältigen Gesellschaft beitragen kann. Und auch wenn der eine oder andere Papa seinen Sprösslingen erklären muss, warum da ein Mann in Frauenkleidern durch den Park läuft oder zwei Frauen händchenhaltend in der Achterbahn sitzen, so besteht bei einer derartigen Veranstaltung durchaus die Chance, das teils immer noch negativ behaftete Image von Schwulen und Lesben in ein anderes, moderneres Licht zu rücken – wobei man allerdings sagen muss, dass man der überwiegenden Mehrheit die sexuelle Orientierung ohnehin nicht unbedingt anschauen kann.

Cheerleader und Star Wars

Nun mag man sich vielleicht fragen, warum es eine spezielle Veranstaltung hierfür im Phantasialand geben muss, aber auf der anderen Seite gibt es in vielen anderen Parks auch diverse Events, bei denen sich bestimmte Gruppierungen angefangen von Freizeitparkfans bis hin zu Cheerleadern oder verkleideten Star-Wars-Freaks präsentieren können. Letztlich geht es darum, eine gewisse Lebensphilosophie zu vermitteln – und ob diese nun einen gesellschaftlichen Hintergrund oder einfach nur eine Freizeitbeschäftigung zum Inhalt hat, spielt im Endeffekt keine Rolle. Die Fantasypride als Zeichen gegen die immer noch allgegenwärtige Intoleranz gegenüber Minderheiten erfüllt damit durchaus einen relevanten Sinn.

Ich für meinen Teil fand die diesjährige Fantasypride wieder gelungen, und auch als "Hetero" kann man durchaus seinen Spaß haben an den schrillen Programmpunkten und der wirklich netten Atmosphäre nach Parkschluss bei der großen Abendfeier, die bis tief in die Nacht ging. Früher gab es auch solche Großevents in anderen Major Parks – ich erinnere nur an den "Gayday" im Movie Park Germany oder spezielle Events im Disneyland Resort Paris. Ob sich diese nun für die Parkbetreiber wirtschaftlich nicht gelohnt haben oder ob es zuviel Ärger mit den "normalen" Gästen gab, dem man aus dem Wege gehen wollte, ist schwer zu sagen, aber umso mehr gebührt dem Phantasialand großer Respekt, dass man hier schon seit zehn Jahren eine ideale Location für eine derartige Veranstaltung zur Verfügung stellt. Fantasypride 2014 – ich werde wieder dabei sein!


Selbstironie auf der Fantasypride 2013

Bitte beachten
Die Texte der Kolumnen-Autoren sind deren persönliche Meinung und decken sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion Parkscout.

Autoreninfo Mike Vester

Mike Vester, 51, beschäftigt sich bereits seit seiner Jugend mit dem Thema Freizeitparks / Kirmes und gehört heute zu den wichtigsten Autoren der Parkscout-Fachredaktion. Sein Hang zu Polemik und Übertreibungen ist zwar legendär, aber wer genau hinhört, merkt schnell, daß er mit seinem Motto "zeitlos, stillos, geschmacklos" zwischen den Zeilen immer genau den Punkt trifft. Der frühere Kleinkunst-Texter ist überzeugter Fan von allem, was mit dem Thema "Disney" zu tun hat und läßt dies auf seine liebenswert schrullige Art auch sicherlich öfter in seine Kolumne einfließen. In diesem Sinne also: Immer vester druff...



© parkscout/MV




 




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Ich finde den Artikel sehr nett geschrieben und freue mich darüber dass ein Hetero, zu mehr Toleranz aufruft und ihm der Tag im Park Spaß gemacht hat. Erschreckend und nahezu Beleidigend finde ich allerdings den ersten Kommentar, geschrieben von Andreas, der nicht mal den Mumm hat seinen Nachnamen zu nennen! Das, von ihm sogenannte "rumgetunte" ist also der Grund dafür dass es keine Gleichberechtigung geben darf? Das ist dann also zu viel wenn ein Mann Feminin ist und Spaß daran hat? Ich bin mir sicher, eine aufgedonnerte Blondine, mit Silikon Vorbau, die mit vielleicht 10% Stoff am Körper provokant durch die Stadt läuft ist bestimmt kein Problem für Ihn, und bestimmt auch keine Provokation. Und wenn sich zwei hübsche Frauen küssen, dann ist dies bestimmt sogar sehr gern gesehen!
Aktzeptanz, heißt dass Wort welches er lernen sollte, denn dass hat nicht mit den anderen zu tun, sondern mit seiner eigenen Einstellung.

PS: Der Heide Park Soltau hatte diesen Tag vor kurzem auch noch, im letzten Jahr auf jeden Fall!

PPS: (Ironie AN) Ich beschwer mich demnächst auch wenn sich ein Hetero Par vor mir in einem Freizeitpark innig küsst! Was eine Unverschämtheit dass ich mir dass als Homosexueller ansehen muss! (Ironie AUS)

06.07.2013 00:00
Nick Altmüller




Svens Beitrag schürt Hoffnung. Vielleicht sollte ich dem doch nochmal ne Chance geben? ich persönlich kann nämlich nichts mit diesem - verzeiht mir den Ausdruck - "rumgetunte" anfangen. Da fällt es mir dann schwer das permanente "wir wollen Gleichberechtigung" zu akzeptieren, weil man damit alles macht - nur eben DAS nicht. Das ist reines "aus der Reihe tanzen und anders sein wollen".

Und das sage ich, wo ich auf dem anderen Ufer stehe. Wenn sich das also etwas normalisiert hat, dann finde ich das TOP! Hut ab dafür!

28.06.2013 09:14
Andreas




Als ebenfalls regelmäßiger Besucher der Fantasypride ist mir aber auch insbesondere in den letzten beiden Veranstaltungsjahren sehr positiv aufgefallen, dass das Homo-Publikum sich wirklich an das Hetero-Publikum angeglichen hat und anders als in den Anfangsjahren dadurch auch sicherlich die Irritationen und (beabsichtigten) Provokationen deutlich abgenommen haben. Folglich glaube ich, dass insbesondere im Phantasialand die Beschwerden in den Jahren deutlich reduziert haben und ein großes Maß an "Normalität" auch an solchen Tagen eingekehrt ist - und der ein oder andere Tagesgast sich vielleicht ganz bewusst im Hinblick auf die zusätzlichen Angebote für einen Besuch an diesem Tag entscheiden könnte.

26.06.2013 21:53
Sven Vermeulen






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