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Donnerstag, den 24.09.2009 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Deutsch lernen mit Löwengebrüll und Affengeschrei


PressemitteilungIm Klassenzimmer Zoo werden Tiere zu Lehrern

Mit Nashorn Hans-Franz, Elefantenkuh Sabi und Giraffendame Diana Deutsch lernen? Das funktioniert, wie die Franz-Hecker-Grundschule beweist. Um das Sprachvermögen ihrer Schüler zu verbessern, verlegen die Lehrer den Deutschunterricht in den Zoo Osnabrück – unterstützt von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte.


Osnabrück, den 24.09.2009. "Stimmt, das Nashorn ist ganz schön dick – aber wie kann man den hinteren Teil des Nashorns noch bezeichnen, ohne das Wort mit A zu verwenden?" fragt Zoopädagogin Birgit Strunk die zweite Klasse der Franz-Hecker-Schule. Sie führt in diesem Jahr mehrmals die Grundschulklassen durch den Zoo und regt die Schüler anhand von Tierbeobachtungen und Tierbeschreibungen zum Sprechen an. Was frisst der Affe zum Frühstück und was essen die Kinder morgens zu Hause? Warum muss sich das neue Nashorn erst im Zoo eingewöhnen und wie haben sich die Kinder aus anderen Ländern an Deutschland gewöhnt? Dabei achtet Strunk nicht nur darauf, neue Wörter wie zum Beispiel „Eber“ einzuführen, sondern auch darauf, dass die Kinder in ganzen Sätzen antworten. Schulleiter Günter Nordmann ist begeistert von dem Pilotprojekt, das von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte unterstützt wird: "30 Prozent unserer Schüler haben einen Migrationshintergrund. Sie finden bei uns so gut wie alle Nationalitäten unserer gesamten Gesellschaft. Der Deutschunterricht wird so zu einer großen Herausforderung," berichtet Nordmann. Da im Zoo eine Begriffsbildung mit Bild möglich sei, könne hier der Wortschatz besonders Erfolg versprechend erweitert werden: "Die Kinder sprechen über Nashörner und sehen ein Nashorn – und das nicht im Fernsehen sondern in echt: Sie erfassen die Proportionen, riechen das Nashorn und können es aus erster Reihe beobachten und beschreiben," so Nordmann weiter.

Mehrere Zoobesuche machen den Erfolg nachhaltig

Auch Dr. Beate-Maria Zimmermann, Geschäftsführerin der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, war sofort von dem Projekt angetan: "Wir fördern derzeit vor allem Projekte, die der Benachteiligung junger Menschen vorbeugen. Der Erwerb der deutschen Sprache ist eine der wichtigsten Voraussetzung für einen guten Start in unsere Gesellschaft – egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Die Nachhaltigkeit des aktuellen Projekts im Zoo ermöglicht den Schülern kontinuierlich ihre Sprachkenntnisse ohne Druck auszuprobieren und zu verbessern." Denn durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung ist es möglich, dass jede Klasse mehrmals in den Zoo geht. "Die Kinder sind beim zweiten Besuch oft viel ruhiger und aufmerksamer als beim ersten, so dass der Zoo-Unterricht effizienter wird", beobachtet Strunk. "Einzelne Tiere können intensiver beobachtet und beschrieben werden."

Leistungssteigerung belegt den Erfolg des tierischen Unterrichts Gerade das Beschreiben fällt den Schülern anfangs schwer, wie Nordmann weiß: "Oft fehlen den Kindern Wörter, um Dinge detailliert zu erklären. Im Zoo konzentrierten sie sich auf ein Objekt und erarbeiteten sich einen ganzen Begriffs-Kanon dazu, den sie auch in anderen Situationen verwenden können." Der Zoo ist dabei für viele seiner Schüler Neuland. "Ein Zoobesuch hat in vielen Kulturen einen geringeren Stellenwert im Familienleben,“ weiß Andreas Busemann, Geschäftsführer des Zoo. „Deswegen haben wir weniger Besucher aus südländischen Kulturen und sind stetig darum bemüht, dieser Zielgruppe das Zooleben in verschiedenen Projekten näher zu bringen". Allerdings sind die verschiedenen Kulturen auch eine Herausforderung für die Zoopädagogen: "Nicht nur das Frauenbild ist oft ein unterschiedliches, auch die Einstellung gegenüber Tieren – schützenswert oder nicht – weicht stark voneinander ab," beschreibt Strunk die Konflikte. Ein weiterer Pluspunkt des Unterrichts im Zoo ist das Training von sozialen Kompetenzen: Nicht immer drängeln, auch mal leise sein und Kleinere vorlassen – das sind klare Verhaltensregeln, die die Kinder hier lernen.


© Parkscout / Zoo Osnabrück




 




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