OK

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Infos

Partner von LangnesePartner von Marco Polo



Home > Magazin > Nachwuchs bei den fleißigsten Faulpelzen der Wilhelma



Donnerstag, den 31.05.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Nachwuchs bei den fleißigsten Faulpelzen der Wilhelma


PressemitteilungDie Zweifingerfaultiere gehören, man glaubt es kaum, zu den fleißigsten tierischen Mitarbeitern der Wilhelma: Denn jedes Jahr seit ihrem ersten Rendezvous 2004 schenkt das Zuchtpaar Marlies und Mike dem zoologisch-botanischen Garten zuverlässig ein kleines Faultierchen. Ihr achter Nachwuchs, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, kam am 14. Mai direkt vor den Augen einiger begeisterter Besucher zur Welt.

Geduldig und gemächlich trägt Faultiermutter Marlies ihr Jungtier durchs Gehege im Kleinsäuger- und Vogelhaus: Wie alle erwachsenen Tiere ihrer Art bewegt sie sich dabei kopfüber vorwärts, Bauch an Bauch mit ihrem Kleinen, dessen Rücken in den ersten Lebensmonaten somit noch nach oben zeigt. Bei ihrem langsamen Gehangel machen die Faultiere ihrem Namen alle Ehre. Alles funktioniert bei ihnen in Zeitlupe: von der Fortbewegung bis zur Verdauung. Doch mit "Faulheit" hat dies ebenso wenig zu tun wie der Umstand, dass die Tiere bis zu 16 Stunden des Tages verschlafen. Vielmehr sind sie als Wunderwerke der Evolution bestens an ihren Lebensraum, die Baumkronen des mittel- und südamerikanischen Regenwaldes, angepasst. So begnügen sich Faultiere in Sachen Nahrung mit schwer verdaulichen Blättern, Knospen und Blüten. Um diese möglichst effektiv verwerten zu können, verdauen die Tiere extrem langsam und brauchen entsprechend viel Ruhe und Schlaf. Nur etwa einmal pro Woche suchen sie den Boden auf, um ihr Geschäft zu verrichten. Warum sie dieses Risiko eingehen, ist bis heute nicht endgültig beantwortet. Eine Vermutung: Die Faultiere düngen mit ihrem Kot gezielt "ihren" Futter- und Schlafbaum mit wertvollen Nährstoffen, die im Regenwald ansonsten Mangelware sind.

Ein weiterer Vorteil des Faultierlebens in "Slow motion": Die langsamen Bewegungen machen die Tiere für ihre Fressfeinde, wie Harpyien – eine Greifvogelart – und Jaguare, fast unsichtbar. Unterstützt wird die perfekte Tarnung im Blätterwald durch die Algen, die im Faultierpelz siedeln und ihn grün färben. Müssen sie sich dennoch einmal verteidigen, setzen die Faultiere ihre kräftigen, bis sieben Zentimeter langen Krallen ein, die ihnen aber vor allem beim Hangeln durch die Bäume beste Dienste leisten. Die Zahl der Krallen an den Vorderbeinen ist dabei namensgebend: So besitzt das Zweifingerfaultier – im Gegensatz zum Dreifingerfaultier – vorne nur zwei Krallen.

Und noch eine eigenartige Anpassung an die Lebensweise im feuchten Regenwald fällt bei Faultieren ins Auge: Ihren "Scheitel" tragen sie auf dem Bauch. Der Vorteil: Das Regenwasser kann problemlos abfließen. Marlies und Mikes Jüngstes allerdings wird seinen Scheitel wie alle kleinen Faultiere noch ein Weilchen auf dem Rücken tragen. Erst wenn es selbstständig durchs Geäst hangelt, wird er auch bei ihm auf den Bauch wandern.


© Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart




 




KOMMENTARE     Eigenen Kommentar verfassen

Noch kein Kommentar abgegeben!


Hier eigenen Kommentar verfassen


Name (wird angezeigt)


E-Mail (wird nicht angezeigt, optional)


Webseite (wird angezeigt, optional)
Ihr Kommentar


Bitte den Text in der Grafik eingeben
(zwei Worte mit Leerzeichen)




Passende Ziele
Zoos und Tierparks
 Wilhelma Stuttgart

Newsletter verwalten

-->