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Mittwoch, den 04.07.2007 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Pressemeldungen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Zoo Heidelberg: Was macht eigentlich Kiki?


PressemitteilungDas Gorillababy und seine Mutter werden auf die Integration in die Gruppe vorbereitet

Vor 2 Monaten kämpfte ein Team aus Kinderärzten, Tierpflegern und Tierärztin um das Leben des kleinen Gorillas Esiankiki im Zoo Heidelberg. Das sechs Tage alte Gorillababy musste aus der Gruppe genommen werden, da die Mutter nicht genug Milch hatte und Kiki stark ausgetrocknet war. Die intensive Therapie dauerte mehrere Wochen bis das Gorillakind außer Lebensgefahr war. Milch aus der Flasche und viel Körperkontakt der Tierpfleger des Affenreviers genießt sie jetzt in vollen Zügen und wird immer munterer.


Wie sieht Kiki’s Zukunft aus? Für junge Menschenaffen ist es besonders wichtig, dass sie in einer Gruppe mit Artgenossen aufwachsen, damit sie viele Verhaltensweisen lernen können, die für ihre Art typisch sind. Je höher entwickelt eine Tierart ist, desto mehr Verhaltensweisen sind nicht angeboren, sondern müssen erlernt werden. Die menschliche Ersatzmutter kann kein vollwertiger Ersatz für die leibliche Gorillamutter sein, auch die anderen Gruppenmitglieder erfüllen wichtige Aufgaben in der Erziehung und sozialen Reifung der jungen Menschenaffen. Deshalb ist es wichtig, dass Kiki so früh wie möglich wieder in die Gorillagruppe integriert wird. Das ist natürlich nicht so einfach, weil die lange Trennung von der Mutter Doba die Beziehung zwischen Mutter und Kind bereits erheblich gestört hat. Doba’s Milchfluss ist versiegt, ihr Hormonhaushalt hat sich eigentlich schon wieder auf eine neue Schwangerschaft eingestellt.

Für Gorillas gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das von einem Zuchtbuchkoordinator und einem Komitee bestehend aus mehreren Gorillaspezialisten geführt wird. Zusammen mit dieser Spezialistengruppe wurden Szenarien für Kikis Zukunft entwickelt und diskutiert. "Die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aus anderen Zoos ist äußerst wichtig" erklärt Sandra Reichler, Biologin und Kuratorin im Zoo Heidelberg. "Wir dokumentieren alle Daten unserer Gorillagruppe. Tierpfleger, Kuratoren und Tierärzte tauschen quer durch Europa ihre Erfahrungen aus, die gesammelten Daten werden wissenschaftlich ausgewertet und können so von jedem Halter zukünftig genutzt werden. Auf diese Art und Weise verbessern wir die Haltung und Zucht der stark bedrohten und sehr sensiblen Gorillas".

Um eine Reintegration des jungen Gorillamädchens im Zoo Heidelberg vorzubereiten, gehen die Tierpfleger jeden Tag mehrmals mit Kiki zur Gorillagruppe. Noch durch das Gitter getrennt, können Mutter Doba, aber auch alle anderen Gruppenmitglieder Kontakt zu dem Jungtier aufbauen. Dadurch wird die Bindung zwischen Jungtier und erwachsenen Gorillas aufrecht erhalten und gestärkt. Bei diesen Begegnungen am Gitter ist die gesamte Gruppe dem Baby gegenüber sehr freundlich eingestellt, was sich durch die für Gorillas typischen Brummlaute äußert. Mutter Doba und auch Zsa-Zsa, die ebenfalls ein Jungtier hat, das sie in der Gruppe groß zieht, sind besonders interessiert an Kiki, streicheln sie zärtlich durchs Gitter und lecken sie auch ab. Die Struktur der Heidelberger Gorillagruppe, insbesondere das immer noch starke Interesse von Doba an ihrer Tochter, und dass ein weiteres Weibchen ein Jungtier in der Gruppe groß zieht, schaffen gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration von Kiki. Das Gorillababy wird ausschließlich von den drei Affenpflegern versorgt, jeglicher Kontakt zu anderen Menschen wird vermieden. So kann das Risiko einer Infektion klein gehalten werden, die Prägung auf den Menschen bleibt so gering wie möglich und die Gorillagruppe wird nicht durch fremde Gerüche an Kiki beunruhigt. Das ist auch der Grund, warum Kiki derzeit für die Besucher nicht zu sehen ist.

Ihre Mutter Doba ist ebenfalls seit mehreren Wochen im Integrationstraining. Sie hat gelernt mehrmals täglich ans Gitter zu kommen und dort eine längere Zeit zu verweilen. Später soll sie dies mit Kiki tun, damit diese durch das Gitter Milch aus der Flasche aufnehmen kann. Das Training klappt bisher sehr zuverlässig, Doba bekommt Leckerbissen von den Pflegern, dafür kommt sie gerne zum Gitter und kennt die Zeiten bereits genau. Auch die anderen Tiere der Gruppe, vor allem der Silberrücken Bobo tolerieren diesen Eingriff in ihren Tagesablauf. Viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen vor allem der Tierpfleger ist bei einer solchen Integration wichtig, aber ohne objektive Datenaufnahme würde viel Information verloren gehen.

Die gesamte Integration wird wissenschaftlich begleitet, die Tierpfleger schreiben Tag für Tag alle Beobachtungen auf. Wieviel hat Kiki getrunken? Welche Entwicklungssprünge sind aufgetreten? Kommen die ersten Zähne? Wie verhalten sich die anderen Gorillas bei den Besuchen am Gitter? Wie klappt das Training mit Doba? etc. Die Informationen können mit Daten früherer Integrationen verglichen und für die Zukunft verwertet werden. Während des Integrationsprozesses wird ein Mitglied des Europäischen Spezialistenteams nach Heidelberg kommen und bei der Evaluation des Integrationsprozesses helfen. "Wir können noch nicht hundertprozentig vorhersagen, ob die frühe Integration der kleinen Kiki in die Gorillagruppe in den nächsten Wochen funktionieren wird. Der Prozess kann sehr lange dauern, unter Umständen auch viele Monate. Aber die Vorzeichen stehen gut und der Versuch lohnt sich in jedem Fall, denn wenn Kiki tatsächlich wieder mit den anderen Gorillas aufwachsen kann, ist das für sie der beste Start ins Leben. Für die ganze Gorillagruppe, insbesondere Doba und das ältere Jungtier Banjoko, wäre es sehr wichtig und für das ganze Zuchtprogramm der Gorillas in den Zoos ein großer Erfolg."


© Parkscout / Zoo Heidelberg




 




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