27.06.2012 | Magazin | Freizeitparks
Potzblitz! Da wurde am gestrigen Abend im Brühler Phantasialand das neue Hotel Tartüff feierlich eröffnet, und die geladenen Gäste warteten vergeblich auf Otto von Böcklstett, den Direktor des Etablissements, der eigentlich eine schwungvolle Rede halten sollte. Wie sich noch herausstellte, kletterte dieser übrigens lieber auf dem Aufzug des Hotels herum - auf der Suche nach seinem Verstand, den er dort bereits verloren hatte.
"Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten" - so lautete sein letzter Ratschlag an die verdutzten Gäste, bevor er von der Aufzugluke abrutschte und endgültig verschwand. "Das total verrückte Hotel Tartüff", so der vollständige Name der diesjährigen Neuheit im Phantasialand, macht seinem Namen zweifellos alle Ehre – oben ist unten, rechts ist links, gerade ist schief und langsam ist schnell. Dass der Wahnsinn hier Methode hat, merkt man schon gleich in der Hotellobby, wenn sich die Pagen mit irrem Blick und rosa Plüsch-Schuhen um die Gäste bemühen, bevor man mit dem bereits erwähnten Lift in das Innere des Hauses im Themenbereich Berlin vordringt.
Mit der Neuheit hat das Phantasialand einen Klassiker der Freizeitpark-Unterhaltung, nämlich das Fun House, mit aufwändiger Technik und einer liebevollen Gestaltung in neue Dimensionen gerückt. Derartige Laufgeschäfte gab es bereits im frühen 20. Jahrhundert in den USA und sie sind auch heute noch auf der Kirmes zu finden – allerdings liegen in der Präsentation zwischen den mobilen Volksfest-Versionen und dem Hotel Tartüff ganze Lichtjahre. Das komplette Gebäude mit seinen 27 Räumen auf drei Etagen wurde bis in die letzte Ecke im Jugendstil mit viel Stuck und schweren Tapeten thematisiert – die Besucher laufen durch mit tropfenden Toiletten bestückte Badezimmer, Schlafräume mit einem Bett mitsamt schlafendem Gast an der Wand, eine Küche mit Tellern als Lauffläche, eine verschlungene Garderobe oder lange Korridore mit Bildern, die ein seltsames Eigenleben haben. Dabei gilt es, verschiedene Hindernisse zu überwinden wie sich bewegende Treppen, Rutschen, Rollbänder oder auch ein ganzes Glas-Labyrinth. Außerdem ist der Aufzug in den oberen Etagen leider vergessen worden – hinab geht es mit Hilfe zweier Rutschen. Sapperlot!
Mit dem "verrückten Hotel Tartüff" ist dem Phantasialand ein großer Coup gelungen, der zu Beginn dieser Saison noch nicht einmal ansatzweise zu erkennen war. Still und heimlich wurde in dem Berliner Themenbereich hinter den Kulissen an der Attraktion gearbeitet, deren Ausmaße wohl niemand erwartet, noch erhofft hat. Dabei wurden geschickt klassische Fun-House-Elemente mit einer fast schon überdimensionierten Thematisierungsliebe und modernen Flatscreen-Effekten in einer Form miteinander kombiniert, dass der Gast aus dem Staunen kaum heraus kommt, während er die Hindernisse meistert. Es ist völlig unmöglich, während eines Durchlaufs des Hotels wirklich alle kleinen Gags und interaktiven Spielereien wahrzunehmen – Wiederholungsbesuche sind damit absolute Pflicht, zumal Akteure im Hotel auch sicher dafür sorgen, dass jeder Aufenthalt in Otto von Böcklstetts "Erstem Haus am Platze" einmalig sein dürfte.
Es ist fast unmöglich, die Atmosphäre und den Spaß mit Worten zu vermitteln, die der Besucher im Hotel Tartüff erlebt – man muss es einfach selbst gesehen haben! Und gehört! Denn während man die Räume des Gebäudes erkundet, läuft eine beschwingte Big-Band-Musik, bei der man nach kürzester Zeit versucht ist, im Takt mitzuwippen. Und wer glauben sollte, dass eventuell nur der Nachwuchs sein Vergnügen hat bei diesem riesigen Deluxe-Spielhaus der Superlative, wurde am Eröffnungsabend schnell eines besseren belehrt, wo auch die ältesten Gäste im Glaslabyrinth und auf der Rutsche das Kind in sich wieder entdeckt haben. Das Phantasialand hatte eingeladen zu "viel Plaisir" und angesichts dieser völlig durchgeknallten Neuheit, die eine wundervolle Erweiterung des bisherigen Attraktionsangebots darstellt, definitiv nicht zu viel versprochen.
Das verrückte Hotel Tartüff
Potzblitz! Da wurde am gestrigen Abend im Brühler Phantasialand das neue Hotel Tartüff feierlich eröffnet, und die geladenen Gäste warteten vergeblich auf Otto von Böcklstett, den Direktor des Etablissements, der eigentlich eine schwungvolle Rede halten sollte. Wie sich noch herausstellte, kletterte dieser übrigens lieber auf dem Aufzug des Hotels herum - auf der Suche nach seinem Verstand, den er dort bereits verloren hatte.
"Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten" - so lautete sein letzter Ratschlag an die verdutzten Gäste, bevor er von der Aufzugluke abrutschte und endgültig verschwand. "Das total verrückte Hotel Tartüff", so der vollständige Name der diesjährigen Neuheit im Phantasialand, macht seinem Namen zweifellos alle Ehre – oben ist unten, rechts ist links, gerade ist schief und langsam ist schnell. Dass der Wahnsinn hier Methode hat, merkt man schon gleich in der Hotellobby, wenn sich die Pagen mit irrem Blick und rosa Plüsch-Schuhen um die Gäste bemühen, bevor man mit dem bereits erwähnten Lift in das Innere des Hauses im Themenbereich Berlin vordringt.
Mit der Neuheit hat das Phantasialand einen Klassiker der Freizeitpark-Unterhaltung, nämlich das Fun House, mit aufwändiger Technik und einer liebevollen Gestaltung in neue Dimensionen gerückt. Derartige Laufgeschäfte gab es bereits im frühen 20. Jahrhundert in den USA und sie sind auch heute noch auf der Kirmes zu finden – allerdings liegen in der Präsentation zwischen den mobilen Volksfest-Versionen und dem Hotel Tartüff ganze Lichtjahre. Das komplette Gebäude mit seinen 27 Räumen auf drei Etagen wurde bis in die letzte Ecke im Jugendstil mit viel Stuck und schweren Tapeten thematisiert – die Besucher laufen durch mit tropfenden Toiletten bestückte Badezimmer, Schlafräume mit einem Bett mitsamt schlafendem Gast an der Wand, eine Küche mit Tellern als Lauffläche, eine verschlungene Garderobe oder lange Korridore mit Bildern, die ein seltsames Eigenleben haben. Dabei gilt es, verschiedene Hindernisse zu überwinden wie sich bewegende Treppen, Rutschen, Rollbänder oder auch ein ganzes Glas-Labyrinth. Außerdem ist der Aufzug in den oberen Etagen leider vergessen worden – hinab geht es mit Hilfe zweier Rutschen. Sapperlot!
Ein Überraschungs-Hit!
Mit dem "verrückten Hotel Tartüff" ist dem Phantasialand ein großer Coup gelungen, der zu Beginn dieser Saison noch nicht einmal ansatzweise zu erkennen war. Still und heimlich wurde in dem Berliner Themenbereich hinter den Kulissen an der Attraktion gearbeitet, deren Ausmaße wohl niemand erwartet, noch erhofft hat. Dabei wurden geschickt klassische Fun-House-Elemente mit einer fast schon überdimensionierten Thematisierungsliebe und modernen Flatscreen-Effekten in einer Form miteinander kombiniert, dass der Gast aus dem Staunen kaum heraus kommt, während er die Hindernisse meistert. Es ist völlig unmöglich, während eines Durchlaufs des Hotels wirklich alle kleinen Gags und interaktiven Spielereien wahrzunehmen – Wiederholungsbesuche sind damit absolute Pflicht, zumal Akteure im Hotel auch sicher dafür sorgen, dass jeder Aufenthalt in Otto von Böcklstetts "Erstem Haus am Platze" einmalig sein dürfte.
Es ist fast unmöglich, die Atmosphäre und den Spaß mit Worten zu vermitteln, die der Besucher im Hotel Tartüff erlebt – man muss es einfach selbst gesehen haben! Und gehört! Denn während man die Räume des Gebäudes erkundet, läuft eine beschwingte Big-Band-Musik, bei der man nach kürzester Zeit versucht ist, im Takt mitzuwippen. Und wer glauben sollte, dass eventuell nur der Nachwuchs sein Vergnügen hat bei diesem riesigen Deluxe-Spielhaus der Superlative, wurde am Eröffnungsabend schnell eines besseren belehrt, wo auch die ältesten Gäste im Glaslabyrinth und auf der Rutsche das Kind in sich wieder entdeckt haben. Das Phantasialand hatte eingeladen zu "viel Plaisir" und angesichts dieser völlig durchgeknallten Neuheit, die eine wundervolle Erweiterung des bisherigen Attraktionsangebots darstellt, definitiv nicht zu viel versprochen.
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